Wiederherstellung des Kriegfriedhofs in Lesko
Der Kriegfriedhof in Lesko, entstanden während des Ersten Weltkriegs, war jahrzehntelang vergessen und vernachlässigt. Hier liegen Soldaten der Armeen Österreich-Ungarns, Russlands und Serbiens, die hauptsächlich im Jahr 1915 gefallen sind. Die Wiederherstellung dieses Gedenkorts wurde initiiert und über viele Jahre hinweg von Stanisław Maciela geleitet, der mit großem Engagement und Entschlossenheit die schwierige Aufgabe übernommen hat, dem Friedhof den gebührenden Respekt, die historische Dokumentation und eine der Originalform entsprechende Gestalt zurückzugeben.
Initiative und erste Forschungsmaßnahmen
Seit 1995 begann Stanisław Maciela ehrenamtliche Aktivitäten zur Wiederherstellung der Geschichte des Kriegfriedhofs in Lesko. Zu dieser Zeit war das Gelände stark zugewuchert, und die originalen Grabsteine waren zerstört oder gestohlen. Durch Gespräche mit den ältesten Bewohnern, lokale Überlieferungen sowie erste Archivrecherchen gelang es, einen Teil der ursprünglichen Anlage des Friedhofs zu rekonstruieren.
1996 nahm Maciela Kontakt mit dem Österreichischen Schwarzen Kreuz auf, der österreichischen Organisation, die für die Pflege der Kriegsgräber verantwortlich ist. 1997 erhielt er eine offizielle Antwort, dass keine Dokumentation über den Kriegfriedhof in Lesko existiert.
Beginn der Aufräumarbeiten und Unterstützung durch Institutionen
Im Jahr 1996 gelang es dank der Entschlossenheit von Maciela, mit den Aufräumarbeiten zu beginnen: Entfernung der Vegetation, Reinigung von Teilen der ehemaligen Gräber und Lokalisierung der ursprünglichen Friedhofsgrenzen.
Im selben Jahr zeigte das Generalkonsulat Russlands in Krakau Interesse an der Angelegenheit und sandte Anerkennungsschreiben:
Sehr geehrter Herr Maciela!
Im Namen des Generalkonsulats der Russischen Föderation in Krakau möchte ich Ihnen meinen herzlichen Dank für Ihre Fürsorge um die Gräber der Soldaten der russischen Armee aussprechen, die im Ersten Weltkrieg gefallen sind.
Ich wünsche Ihnen viel Gesundheit, Glück und Erfolg bei Ihrer edlen Arbeit.
Mit tiefem Respekt,
Valerij Zibukow
Generalkonsul
Artikel aus dem Jahrbuch „Bieszczad“ Nr. 6, 1999 von Stanisław Maciela
Der Soldatenfriedhof in Lesko entstand während des Ersten Weltkriegs, als die heftigen Kämpfe in den Bieszczady-Bergen Tausende von Opfern forderten. Hier ruhen Soldaten der k.u.k.-Armee, der russischen und der deutschen Armee – oft anonym, in Massengräbern von ihren Kameraden oder militärischen Bestattungsabteilungen beigesetzt. Der Friedhof wurde neben dem alten Pfarrfriedhof angelegt, als Reaktion auf die hohe Sterblichkeitsrate in den umliegenden Feldlazaretten, unter anderem im Schloss Lesko und in Huzele.
Der Bau wurde vom Kriegsgräberreferat der Festung Przemyśl geleitet. An den Arbeiten beteiligten sich unter anderem russische und serbische Kriegsgefangene. Die Toten wurden unabhängig von ihrer Armeezugehörigkeit beigesetzt – „im Leben verfeindet, im Tod versöhnt“. Eine genaue Erfassung der Gefallenen war nur schwer möglich, viele Daten sind verloren gegangen. Man schätzt, dass hier rund 600 Soldaten verschiedener Nationalitäten und Konfessionen ruhen.
Die Gestaltung des Friedhofs bezog sich auf militärische Symbolik: ein Eingangstor mit Bajonettkreuz, ein Zaun aus Stacheldraht, Holzkreuze und Metallkreuze, Inschriften in mehreren Sprachen. Das zentrale Element war ein Erdhügel mit Kreuz und Gedenktafeln für die Gefallenen.
In der Zwischenkriegszeit wurde der Ort von Familien aus Mittel- und Osteuropa besucht. Nach dem Krieg verfiel der Friedhof allmählich, viele Gräber verschwanden mit der Zeit. Erst in den Jahren 1995–1998 begannen Restaurierungsarbeiten – das Gelände wurde gesichert, Kreuze und der zentrale Hügel rekonstruiert sowie einige Grabsteine erneuert. Der Wiederaufbau entsprechend dem historischen Erscheinungsbild wird bis heute fortgesetzt.
Anerkennung der Botschaft Jugoslawiens
Die Botschaft der Bundesrepublik Jugoslawien in Warschau hat mehrfach ihre Dankbarkeit für die Pflege des Soldatenfriedhofs in Lesko ausgedrückt, auf dem auch serbische Soldaten ruhen, die in den Jahren 1914–1915 gefallen sind.
In der Korrespondenz wurde das „außergewöhnliche humanitäre Engagement“ hervorgehoben und für das übermittelte Album, das die Nekropole dokumentiert, gedankt. Die Botschaft übergab außerdem historische Symbole – das Wappen und die Flagge Serbiens – und äußerte den Wunsch nach einem Treffen mit Herrn Stanisław Maciela.
In weiteren Schreiben, unterzeichnet vom Ministerrat Milorad Šćepanović, wurden der Dank für die Sorge um die serbischen Gräber bekräftigt, unterstützende Materialien übersandt sowie Gesundheit und Zufriedenheit für das weitere Wirken gewünscht.
Danksagung vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat in den Jahren 2000–2001 seinen herzlichen Dank für die Aktivitäten zur Wiederherstellung des Ersten-Weltkriegs-Friedhofs in Lesko übermittelt.
Die Organisation sprach ihre Anerkennung für die übermittelten Informationen aus und informierte über die finanzielle Unterstützung der Renovierungsarbeiten, die – wie betont wurde – gewissenhaft und fachgerecht durchgeführt wurden. Ein Vertreter des Volksbundes kündigte zudem einen offiziellen Besuch an, um sich persönlich ein Bild von dieser Gedenkstätte zu machen.
In einem gesonderten Schreiben wurde hervorgehoben, dass dank des Engagements von Herrn Stanisław Maciela die Gräber wieder in einen würdigen Zustand versetzt wurden. Den Briefen waren Informationsbroschüren über die Tätigkeit des Volksbundes in Polen beigefügt.
Erinnerungen an den Kriegsfriedhof in Lesko
In einem Artikel, der im Jahr 2001 in der Zeitschrift „Echo Bieszczadów“ veröffentlicht wurde, wurde an den 85. Jahrestag der Einweihung des Kriegsfriedhofs in Lesko erinnert. Die Erinnerungen von Bolesław Baraniecki, die bis in die 1920er Jahre zurückreichen, vermitteln nicht nur einen historischen, sondern auch einen sehr persönlichen Wert dieses Ortes.
Herr Baraniecki besuchte als Kind den Friedhof gemeinsam mit seiner Großmutter Paulina Domaradzka, die ihm von den während des Ersten Weltkriegs in Lesko eingerichteten Militärlazaretten erzählte. Die verstorbenen Soldaten – oft namenlos – wurden nachts auf den Kriegsfriedhof gebracht. Diese traurige Pflicht übernahm zunächst sein Großvater Michał Domaradzki, später dessen Sohn Leon. Der Autor erinnert sich, wie diese nächtlichen Transporte von einer bedrückenden Atmosphäre begleitet waren.
Der Friedhof, der heute restauriert wird, bestand ursprünglich aus drei Teilen. Neben dem heute sichtbaren Hauptbereich gab es noch zwei weitere: Einer reichte bis zum Bach, der andere lag auf der gegenüberliegenden Straßenseite, wo sich heute neue Gräber befinden. Diese ehemaligen, oft als Massengräber angelegten Soldatengräber gerieten mit der Zeit in Vergessenheit – das Gras wuchs darüber, die Kreuze fielen um, und die Geschichte verlor ihre Spuren.
Baraniecki betont, dass dank der Arbeit von Stanisław Maciela dieser außergewöhnliche Friedhof „wie ein Phönix aus der Asche aufersteht“ – nicht nur seine ursprüngliche Struktur wurde gerettet, sondern auch das Andenken an die Menschen, die an den Fronten des Ersten Weltkriegs ihr Leben ließen.
Ein poetisches Ehrenmal für die Gefallenen
Das Gedicht von Andrzej Piotrowicz ist eine tief bewegende Hommage an die Soldaten verschiedener Nationalitäten, die auf dem Kriegsfriedhof in Lesko aus der Zeit des Ersten Weltkriegs ruhen. Der Dichter stellt Fragen nach dem Sinn des Todes jener Männer, die oft unwissentlich ihr Leben für fremde Imperien ließen – ohne die Sache zu kennen, für die sie kämpften, oder das Land, auf dem sie fielen.
Die Erde des Friedhofs in Lesko wird als Ort der Versöhnung früherer Feinde dargestellt, vereint in einem gemeinsamen Opfer. Piotrowicz ruft das Bild eines „Feldes doppelter Auferstehung“ hervor: für Polen, das nach dem Krieg geboren wurde, und für die Seelen der Gefallenen, die auf das Jüngste Gericht warten.
Das Gedicht erinnert daran, dass hier – unabhängig von ihrer Herkunft, ob Deutsche, Österreicher, Russen, Serben oder Ungarn – alle als Gleiche ruhen: als Helden. Der Dichter fordert den Vorübergehenden auf, innezuhalten und zu beten – sei es nur im Flüsterton – um ihre Opfergabe zu ehren, die, wenn auch unbewusst, auch für ein freies Polen erbracht wurde.
Die Stimme der muslimischen Gemeinschaft
Im Jahr 2004 besuchte Imam Mahmud Taha Żuk den Kriegsfriedhof in Lesko, auf dem auch gefallene Soldaten bosnischer Herkunft – Muslime – ruhen. Als Zeichen des geistigen Gedenkens rezitierte er über den Gräbern die Sure Yasin aus dem Heiligen Koran. In einem Brief sprach er seinen Dank für die Instandsetzung des Friedhofs aus und schlug vor, ein symbolisches Zeichen – einen Halbmond oder das Wort „Gott“ (الله) – anzubringen, als Ausdruck des Respekts gegenüber den hier bestatteten Anhängern des Islam. Dem Schreiben fügte er ein Exemplar des „Muslimischen Jahrbuchs“ bei.
Wortlaut des Briefes vom 22. Juli 2004:
Ehrwürdiger Herr,
Auf der Rückreise von einer religiösen muslimischen Feierlichkeit besuchte ich Lesko, wo auf dem Friedhof aus der Zeit des Ersten Weltkriegs auch bosnische Soldaten ruhen. Bosniaken sind Muslime, und deshalb rezitierte ich die Sure Yasin für alle, die auf diesem Friedhof ruhen.
Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie bereit wären, auf einem der Gedenkpfosten ein muslimisches Symbol anzubringen – zum Beispiel das Wort GOTT (الله) oder einen Halbmond.
Ich danke Ihnen herzlich für die Pflege und Wiederherstellung dieses Friedhofs.
P.S. Ich lege das „Muslimische Jahrbuch“ bei.
Galerie – Renovierung des Friedhofs
Fotodokumentation der Renovierungsarbeiten auf dem Kriegsfriedhof in Lesko, durchgeführt auf Initiative und unter der Leitung des ehrenamtlichen Betreuers des Militärfriedhofs in Lesko, Stanisław Maciela.
Die Restaurierung wurde dank der Unterstützung und des Wohlwollens zahlreicher Personen und Organisationen ermöglicht, deren Anerkennung der historischen Bedeutung dieses Ortes zu einer wichtigen Motivation für das Handeln wurde.