Historischer Kriegsfriedhof in Lesko aus der Zeit des Ersten Weltkriegs

Im Herzen von Lesko, direkt neben dem alten Pfarrfriedhof, befindet sich ein besonderer Ort – ein Kriegsfriedhof aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Hier ruhen etwa 600 Soldaten verschiedener Nationalitäten und Konfessionen, die in den umliegenden Schlachten gefallen sind.

Die Gräber wurden mit hölzernen Pfosten gekennzeichnet, von denen bis heute nur einer erhalten geblieben ist. Das Friedhofstor wurde aus Balken und Holzlatten gefertigt. Im oberen Teil des Tores befindet sich eine lateinische Inschrift:
„MORS SOLA VICTRIS — GLORIA VICTIS“ („Denn nur der Tod ist Sieger, daher Ehre den Besiegten“). Auf dem Giebel des Tores wurde ein Kreuz aus Bajonetten angebracht – Bajonette, die auf den Schlachtfeldern gesammelt wurden.

Einweihung des Kriegsfriedhofs in Lesko – aus dem Ersten Weltkrieg 1914–1915, am 30. April 1916 Auf dem Foto: römisch-katholischer Priester Teofil Dzierzyński, griechisch-katholischer Pfarrer Włodzimierz Gmytrasiewicz, Landrat K. Pohorecki, Gendarmeriekommandant Filip Votrub. Foto: Fotograf der k.u.k. Armee

Einweihungszeremonie des Friedhofs

Im Jahr 1916 fand eine feierliche Prozession der Bewohner von Lesko und den umliegenden Dörfern statt. Geistliche der vier Konfessionen – katholisch, orthodox, griechisch-katholisch und evangelisch – weihten gemeinsam den Friedhof ein und erwiesen den Gefallenen die Ehre. Menschenmengen versammelten sich, um jene zu ehren, die „im Frieden eingeschlafen sind“.

Das Aussehen des Friedhofs im Jahr 1916

Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet der Friedhof in Vergessenheit. Die meisten Kreuze verfaulten, die Namen verwischten, und das Gelände wurde von Wald überwuchert. Erst in den Jahren 1995–2003 begann die Restaurierung. Dank des Engagements lokaler Geschichtsbegeisterter, der Stadtverwaltung von Lesko und internationaler Unterstützung konnten die Massengräber und Einzelgräber restauriert, Metallkreuze an den ursprünglichen Grabstellen aufgestellt, ein Erdhügel mit Kreuz und Gedenktafel rekonstruiert sowie Namensschilder und Informationstafeln angebracht werden.

Das Projekt wurde u. a. vom Österreichischen Schwarzen Kreuz (ÖSK), dem Russischen Konsulat und dem Magistrat der Stadt Przemyśl unterstützt.

Lesko / Lisko / Kriegsfriedhof aus dem Ersten Weltkrieg 1914–1915. Zustand in den Jahren 1916–1939. Foto: Jan Krzywowiąza

Renovierung des Kriegsfriedhofs

Nach Jahren des Vergessens wurde der Kriegsfriedhof in Lesko mit Respekt und Sorgfalt für die historische Wahrheit rekonstruiert. Dank archivarischer Forschungen konnte die ursprüngliche Anordnung der Gräber rekonstruiert und ein Teil der Bestatteten identifiziert werden. Wo es möglich war, wurden die Grabstellen durch Exhumierungen bestätigt.

Das Gelände wurde von Wildwuchs und Müll befreit, die ursprüngliche Struktur der Einzel- und Massengräber wiederhergestellt. Neue Metallkreuze, nach dem Vorbild der Originale gefertigt, wurden errichtet, und an jedem Grab eine Namensplakette angebracht. Im Zentrum wurde erneut ein Hügel mit Kreuz und lateinischer Inschrift aufgestellt – in Anlehnung an das ursprüngliche Projekt aus dem Jahr 1916.

Die Renovierung wurde durch das gemeinsame Engagement vieler Menschen und Institutionen ermöglicht: der Gemeinde Lesko, Freiwilliger aus Polen und dem Ausland, des Österreichischen Schwarzen Kreuzes, des Russischen Konsulats in Krakau sowie lokaler Geschichtsfreunde. Heute ist der Friedhof wieder ein Ort der Erinnerung und der Versöhnung – ein stilles Zeugnis des dramatischen Schicksals des Großen Krieges.

Formung der Erdgräber (an der Stelle ehemaliger Massengräber). Auf dem Foto: Witold Maciela, Sohn von Stanisław, aus Lesko. Frühling 1996
9. September 2004 – Delegation aus Ungarn auf dem Kriegsfriedhof in Lesko. / Kranz der ungarischen Delegation auf dem Massengrab der k.u.k. Armee

Internationaler Ort des Gedenkens

Hierher kommen Menschen, die bestimmte Grabstellen ihrer Angehörigen finden, eine Kerze anzünden, ein Foto machen oder einfach einen Moment der Stille erleben möchten. Einige suchen nach Spuren ihrer Familiengeschichte, andere wollen den Gefallenen ihren Respekt erweisen – unabhängig von deren Nationalität oder Uniform, in der sie gekämpft haben.

Dieser Ort, obwohl klein, besitzt eine große symbolische Bedeutung. Er erinnert an den Krieg, der fast ganz Europa erfasste, und an junge Männer, die fern der Heimat ihr Leben verloren.

Heute wird der Friedhof sowohl von Nachkommen der hier Bestatteten als auch von Geschichtsinteressierten und Forschern der Ersten Weltkriegszeit besucht.

Die Anwesenheit von Menschen aus verschiedenen Ländern zeigt, dass Erinnerung keine Grenzen kennt – und dass gemeinsame Geschichte, selbst wenn sie schmerzhaft ist, verbinden kann, statt zu trennen.